{"id":33,"date":"2016-12-29T15:46:09","date_gmt":"2016-12-29T14:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmv-lohr.de\/?page_id=33"},"modified":"2023-06-08T11:51:16","modified_gmt":"2023-06-08T09:51:16","slug":"vereinsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gmv-lohr.de\/index.php\/verein\/vereinsgeschichte\/","title":{"rendered":"Vereinsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine ausf\u00fchrliche Geschichte des Vereins (von Karl Anderlohr) findet sich in Folge 50 der <a href=\"https:\/\/www.gmv-lohr.de\/index.php\/schriftenreihe\">Schriftenreihe<\/a> des GMV (2009).<br \/>\n<\/strong><strong>Hierauf basiert die folgende Kurzfassung:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erforschung der (etwas despektierlich so genannten) \u201eHeimatgeschichte\u201c hat im Raum Lohr eine lange Tradition. Im 19. Jahrhundert waren es Kaplan Georg H\u00f6fling und Dr. Friedrich Stein, die sich im Rahmen der u. a. von K\u00f6nig Ludwig I. gef\u00f6rderten <a href=\"http:\/\/www.wuerzburgwiki.de\/wiki\/Historischer_Verein_f%C3%BCr_Unterfranken_und_Aschaffenburg\">Geschichtsbegeisterung<\/a> intensiv und \u00fcberwiegend erstaunlich solide und zuverl\u00e4ssig mit der Geschichte ihrer Heimatstadt Lohr befassten (s. Publikationen zur Stadt- und Regionalgeschichte). 1934-1968 erschienen im \u201eHeimatland\u201c, der heimatkundlichen Beilage der Lohrer Zeitung, zahlreiche und immer noch wichtige Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Es passte in die Zeit des \u201eWirtschaftswunders\u201c, sich wieder verst\u00e4rkt mit der Geschichte zu besch\u00e4ftigen, jedenfalls mit der, die schon lange zur\u00fccklag. Otto Schecher, junger Student der Geschichte, war auf das Thema \u201eGrafen von Rieneck\u201c gesto\u00dfen, \u00fcber die es zwar schon einiges gab, die es aber noch genauer zu erforschen galt. Das Vorhaben befeuerte den Plan einer Vereinsgr\u00fcndung. Wie in vielen anderen St\u00e4dten auch war es das \u201eBildungsb\u00fcrgertum\u201c, das sich engagierte: Verleger, \u00c4rzte, Lehrer, Architekten \u2013 aber auch andere historisch Interessierte. Eine zentrale Frage war die nach dem \u201eAlter\u201c der Stadt Lohr, denn man kannte nur die Urkunden aus dem sp\u00e4ten 13. Jh. und wusste nicht so recht, wo eigentlich die Urspr\u00fcnge lagen; es dauerte lange, bis man sie in karolingischer Zeit sah, und noch viel l\u00e4nger, bis man noch viel weiter zur\u00fcckblicken konnte. Historisches Denken war damals sehr statisch und lokal fixiert.<\/p>\n<p>Jedenfalls nahm der Verein Ende des Jahres 1958 allm\u00e4hlich Gestalt an, am 3. Juni 1959 erfolgte die \u201ekonstituierende Versammlung\u201c, der Verein war gegr\u00fcndet. Schnell wurde aber auch moniert, dass man sich zu sehr auf die mittelalterliche Geschichte verlege \u2013 leicht gesagt, wenn niemand die j\u00fcngere Geschichte bearbeiten wollte. Und auch f\u00fcr das Mittelalter gab es genug zu tun, zumal mit Dr. Waldemar Weigand, u. a. Kenner der Geschichte des Klosters Sch\u00f6nrain, eine Kapazit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stand. Das Thema \u201eRieneck\u201c besch\u00e4ftigte in den Anfangsjahren den Verein am intensivsten, was auch gut war: Ohne die Kenntnis der Geschichte des Grafengeschlechts kann man die Geschichte der Main-Spessart-Region nicht erfassen. 1963 erscheint Schechers Dissertation zum Thema, die freilich 20 Jahre sp\u00e4ter durch die Arbeit d. V. \u00fcberholt wurde, f\u00fcr diese aber die hilfreiche und unentbehrliche Grundlage war. Historische Arbeiten bauen aufeinander auf.<\/p>\n<p>Der junge Verein war sehr aktiv. Heute ist fast vergessen, was damals f\u00fcr die Erforschung und den Erhalt der Baudenkm\u00e4ler der ehemaligen Benediktinerabtei Neustadt a. M. getan wurde. Es ist dem Verein zu verdanken, dass Teile des ehemaligen Kreuzgangs in Frankfurt gefunden und 1971 nach Neustadt zur\u00fcckgebracht werden konnten. Vortr\u00e4ge und Exkursionen erweiterten das geschichtliche Bild \u2013 in ihrem Stellenwert sind sie hoch anzusiedeln, die heutigen Kommunikationsm\u00f6glichkeiten konnten sich h\u00f6chstens Science-Fiction-Autoren vorstellen. Immer auch ging der Blick \u00fcber die Stadt hinaus in die Region. \u00dcbersehen darf man auch nicht: Der Verein z\u00e4hlte nur um die 80 Mitglieder, doch die Breitenwirkung \u00fcber Kontakte und \u00fcber Nachrichten in der Presse erreichte viele Leute.<\/p>\n<p>Wie in der Satzung verankert: Der GV k\u00fcmmerte sich auch um den Denkmalschutz. Das (urspr\u00fcnglich wohl rieneckische) Schloss in Wiesen (damals noch Teil des Altlandkreises Lohr) w\u00e4re l\u00e4ngst der Spitzhacke zum Opfer gefallen, h\u00e4tte sich nicht auch der GV eingeschaltet. Der 1972 vor einer neuen und gewaltigen Aufgabe stand: Die Landkreisreform zerschlug die gewohnten Strukturen, das 1936 gegr\u00fcndete \u201eHeimat- und Spessartmuseum\u201c sah einer ungewissen Zukunft entgegen. Es war der GV, der sich engagierte, sich 1976 in \u201eGeschichts- und Museumsverein\u201c umbenannte, der Verhandlungen f\u00fchrte und neue Objekte beschaffte. Der Landkreis \u00fcbernahm schlie\u00dflich das Museum (von da an: \u201eSpessartmuseum\u201c) und stellte 1980 mit Werner Loibl einen hauptamtlichen Leiter ein. Loibl und sein Nachfolger Herbert Bald (bis 2016) schufen ein modern konzipiertes und weit \u00fcberdurchschnittlich attraktives Museum. Der GMV stand helfend zur Seite, wo immer es n\u00f6tig war. Der Ankauf zweier bedeutender Bibliotheken, heute die \u201eFranconica-Sammlung\u201c der Stadtbibliothek, verbreiterte die Basis f\u00fcr weitere historische Forschungsarbeit.<\/p>\n<p>1983 kam und damit das Jahr, die Stadtrechtsverleihung von 1333 geb\u00fchrend zu feiern. 15 Autoren erstellten eine Festschrift zu verschiedenen Aspekten der Stadtgeschichte, bis heute ein wichtiges Nachschlagwerk. Mit der Ausstellung \u201eGl\u00fcck und Glas\u201c des Hauses der Bayerischen Geschichte 1984 wurde das Museum endlich \u00fcberregional bekannt und gew\u00fcrdigt. Die folgenden Jahrzehnte brachten zahlreiche Sonderausstellungen, und auch der Kernbestand wurde immer wieder attraktiv ver\u00e4ndert und erweitert. 1986 feierte das Museum sein 50-j\u00e4hriges Bestehen, die Zeitschrift des Bayerischen Landesvereins f\u00fcr Denkmalpflege \u201eSch\u00f6nere Heimat\u201c ver\u00f6ffentlichte u. a. einen satirisch gemeinten Artikel von Dr. Karlheinz Bartels \u201eWar Schneewittchen eine Lohrerin?\u201c. In den folgenden Jahren wurde daraus ein Medienereignis, die Frage wurde zur Aussage \u2013 die M\u00e4rchenfigur ist ein Teil der Stadtgeschichte geworden, und das ist auch gut so, wenn man es nicht \u00fcbertreibt und wenn niemand glaubt, die Stadt habe tats\u00e4chlich etwas mit der Entstehung dieses M\u00e4rchens zu tun. Dagegen wartet man noch immer darauf, dass eine Partnerschaft mit <a href=\"http:\/\/www.borgloon.be\">Borgloon<\/a> (Belgien) entst\u00fcnde, mit der Stadt, aus der im 11. Jh. die sp\u00e4teren Grafen von Rieneck nach Franken kamen. 2009 konnte der GMV sein 50-j\u00e4hriges Bestehen feiern, seit 2012 erscheinen die \u201eBeitr\u00e4ge zur Geschichte der Stadt und des Raumes Lohr\u201c.<\/p>\n<p>Auch in Zukunft gibt es gen\u00fcgend Themen, um die sich der Verein k\u00fcmmern will, soll und muss. Stellen Sie sich vor, es g\u00e4be ihn nicht: Dann s\u00e4hen Lohr und die Welt anders aus, aber sicher nicht besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine ausf\u00fchrliche Geschichte des Vereins (von Karl Anderlohr) findet sich in Folge 50 der Schriftenreihe des GMV (2009). Hierauf basiert die folgende Kurzfassung: &nbsp; Die Erforschung der (etwas despektierlich so genannten) \u201eHeimatgeschichte\u201c hat im Raum Lohr eine lange Tradition. Im 19. 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